ANTIPODIUM
On us. About patterns and properties
Kurator: Franz Frauenlob
Interventionen
Die Interventionen am Bregenzer Künstlerhaus während der Sommermonate nehmen Bezug auf wesentliche Inhalte der Studienwochen und transportieren diese nach außen. Gleichzeitig sind sämtliche Interventionen als künstlerisches Statement zur Architektur zu verstehen.
Intervention I - Seilakt
Das Projekt Seilakt symbolisiert den Prozess Antipodium als Weg kompromissloser Risikobereitschaft. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung des Einzelnen, der die Bereitschaft mitbringt, sich mit den brennenden Fragestellungen unserer gegenwärtigen Gesellschaft zu konfrontieren und nach Möglichkeiten des Ausgleiches der Kräfteverhältnisse zu suchen - Balance. Gleichzeitig ist die schräge Durchführung des Stahlseils durch das Gebäude als Bruch mit der symmetrischen Ordnung des Künstlerhauses zu verstehen. Die schräge Linie streicht den Grundrissplan alter Ordnung durch.
Intervention II - Öffnung
Sämtliche schließenden und sichernden Elemente werden während der Ausstellungseröffnung entfernt. Die Veränderung des Erscheinungsbildes des Hauses durch die Perforierung der Fassade erweckt den Anschein einer beginnenden Umbausituation. Die Öffnung kann auch als Aufbrechen veralteter Strukturen zu Gunsten eines neuen, unkonventionellen Denkens gedeutet werden.
Intervention III - Transitorische Räume
Das Gestaltungskonzept legt in vertikaler Ordnung vom Keller zum Dachboden aufsteigend die Funktionen der verschiedenen Ebenen fest:
Im Kellergeschoß eine Ausstellung bildender Künstler mit Tiefgang - verborgene Innerlichkeit - Selbstreflexion.
Das Erdgeschoß als Schnittstelle zwischen innen und außen - Schwellenraum - Kommunikation - Information.
Im Obergeschoß die Denkwerkstatt - Labor, Diskussion, Präsentation - Arbeit an der Gesellschaft.
Im Dachgeschoß der kontemplative Raum - Reflexion, Gespräch, Aufzeichnung - Workshop diary.
Kellergeschoß
Sensibel und poetisch lotsen im ‘Unter’geschoss die Rauminstallationen dreier Künstlerinnen, Miriam Schwack, Miriam Bajtala, Andrea Maria Krenn auf die Spuren des Unterbewussten unserer gebauten Umwelt.
Erdgeschoß
Die Arbeit des Künstlers Gottfried Goiginger realisiert einen Gegenpol zu den Arbeiten im Keller und befasst sich ausschließlich mit der Oberfläche des Lebens. In unendlichen, digitalen Bildfolgen entwickelt er die Hochglanztapete unseres gegenwärtigen Lebensstiles.
Obergeschoß
Die Rauminstallation thematisiert die Situation einer unmittelbar bevorstehenden Veränderung. Nicht nur die Bereitstellung der Arbeitsutensilien in freier noch unstrukturierter Position, auch die Öffnung der Räume und die damit verbundene Erweiterung des Blickfeldes suggerieren einen Zustand der Offenheit.
Dachgeschoß
Ein Workshop diary bietet den Studioteilnehmern und Besuchern die Möglichkeit, persönliche Eindrücke zu hinterlassen:
Erinnerungsfotos, Zeitungsausschnitte, Kommentare, Post-its usw. bilden ein Tagebuch für Denkanstöße, Momentaufnahmen, Nachrichten und Befindlichkeiten.