Studio 5
18.08. - 29.08.
An Architektur - Oliver Clemens, Sabine Horlitz, Anita Kaspar
Hardsiedlung, Hard
Hardsiedlung
Die Textilfirma Schöller errichtete vor knapp 100 Jahren in Hard eine Arbeitersiedlung mit 54 Wohnungen für die Arbeitsmigranten aus dem Trentino. Vor 30 Jahren zogen Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei ein.
Nach dem Kauf des Areals plante Hinteregger-”projekt” den Neubau einer Wohnanlage mit einer Tiefgarage. Dafür sollten die Gärten und Geräteschuppen geschliffen werden. Doch das wurde vom Denkmalschutz verhindert — die Siedlung steht heute unter Denkmalschutz und das Ensemble darf laut Denkmalamt nicht verändert werden. Die Schuppen bilden mit den Wohnhäusern eine streng symmetrische Siedlung.
Südtiroler Siedlungen
Adolf Hitler und Benito Mussolini schlossen 1939 ein Abkommen („Hitler-Mussolini-Abkommen”): Es zwang die Südtiroler, sich zu entscheiden, ob sie unter den Bedingungen des italienischen Faschismus in Südtirol bleiben oder in das Deutsche Reich auswandern wollen.
In der Zeit zwischen 1939 und 1943 wird diese Wahlmöglichkeit als „Option in Südtirol” bezeichnet, in welcher die nicht-italienischsprachigen Südtiroler (deutsch- und ladinischsprachig) nach Deutschland oder Österreich auswanderten („Optanten”) oder in Südtirol blieben („Dableiber”).
80 Prozent (das waren 166.488 Südtiroler) entschieden sich für die Option - und bis Kriegsende wanderten etwa 75.000 von ihnen aus. So wurden etwa 11.000 von ihnen in eilends errichteten Wohnsiedlungen in Vorarlberg untergebracht.
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